Schottland

Schottland II – Äußere Hebriden – Harris and Lewis

Mittwoch, 29.6.
Wir müssen in Ullapool so ca. um 16 Uhr am Fähranleger sein und einchecken. Bis dahin parken wir das Häkchen am großen Parkplatz am Supermarkt und machen uns auf den Weg zur kleinen Wanderung zum Hausberg hinter Ullapool. Die Sonne kommt raus und dann wird’s auch sofort richtig warm!

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Frohmi erfreut sich am vielen Wollgras. Quasi dem Schaf unter den Pflanzen.20160629_02

20160629_03Oben angekommen hat man eine prima Aussicht auf das Loch und die beeindruckende Landschaft im Hinterland.
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Wir treffen ein paar singende und Chips-futternde Geologie-Studenten aus St. Andrews, die fröhlich und mehr oder weniger ernsthaft auf den Steinen rumklopfen.
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Nach dem obligatorischen Regenschauer wieder am Womo gelandet, siedeln wir um zum Ferry Check-In. Das läuft alles mehr oder weniger modern ab. Nach Bezahlung mit Karte (Unterschrift wird überbewertet) bekommen wir zwar 3 Bordkarten mit QR-Code. Die nimmt uns der freundliche Einweiser am Parkplatz sofort wieder ab und drückt uns eine antiquierte gute alte Bordkarte dafür in die Hand.
20160629_08Die wiederum geben wir ihm wieder ab, als es los auf die Fähre geht. Ein bißchen wie am Kettenkarussell. Aber wir fahren heile drauf und ab. Also alles gut.

20160629_06Zwischen dem ganzen Warten haben wir Zeit, uns mit der ersten ordentlichen Portion Fish & Chips und Bo mit Burger zu stärken. Und diese am Hafen vor den frechen Möwen zu verteidigen.

20160629_07Die Portion Fish& Chips soll gesünder als ein Döner sein (steht auf der netten Verpackung)? Ich fühle mich danach nicht so!

20160629_10Die Fähre ist sehr neu und modern. Wir haben eine ruhige Überfahrt. Aber wenn man sieht, dass wirklich alles irgendwie festgebunden ist, weiß man, dass es hier ordentlich zur Sache gehen kann.

Verwunderlich amüsant der Name unserer Fähr-Nachbarn: Haggis Adventures…20160629_11Kurze Erklärung für die, die es nicht wissen: Haggis ist eine Spezialität aus Schafs-Innereien…

20160629_09Ullapool von der Fähre aus.

20160629_12Tschüß Festland!

Angekommen, haben wir uns den nächstbesten Stellplatz aus dem Womo-Reihe-Buch ausgesucht. Rechts die Küste hoch nach Tolsta-Head oder Tolastath Ur. Hier ist alles Gälisch und Englisch ausgeschildert und selbst darin gibt es zwischen Karten und Schildern Unterschiede.

20160629_13Und wir sind direkt nicht allein. Irgendwie auch beruhigend. Und spätestens als die Polizei ein verlassenes Zelt am Strand inspiziert ohne uns eines Blickes zu würdigen, wissen wir: „frei“ stehen ist hier offiziell gewünscht!

20160629_14Wir gehen noch eine Runde an den Strand und sind total geflasht, beeindruckt und alles! Der ist groß, der ist leer, der ist breit und weiß und die Farben und überhaupt.

20160629_15Und selbst bei Regen gibt es tolle Farben!

20160629_16Wir kratzen uns verwundert am Kopf und machen es uns im Womo bequem.

Schlafplatz:
Parkplatz Tolsta Head
0 Pfund
Toillettenhäuschen am Platz
58.36124, -6.21564

Donnerstag, 30.6.
Schlafen will man hier ja nicht so wirklich. Es ist um 2 Uhr noch hell oder schon wieder? Man könnte ja was verpassen. Da kann man fast von Glück sagen, dass es morgens grau ist und man noch ein Auge zu machen kann.

20160630_01Wegen der grauen Decke über uns beschließen wir auch noch mal in Stornoway halt zu machen. Frohmi hatte eine Werbung von einem kleinen Laden gesehen, der modernere Sachen aus Harris Tweed macht: www.byrosie.co.uk20160630_02Es sind aber einfach zu viele hübsche Sachen, und wir erstehen für den Anfang ein kleines Täschchen. Sind ja schließlich gerade erst gelandet.
Stornoway an sich ist nun nicht das Schmuckstück einer Stadt. Aber für einen kleinen Bummel und den Supermarkt reicht es vollkommen.

20160630_05Danach geht es quer über die Insel. Auf die andere Seite. An dieser Stelle ein kleiner Einwurf zum obligatorischen Grüßen und Freundlichkeit der Schotten. Seien es Wohnmobilsten untereinander oder das einfache Platz machen. Ein lässiges Hand-heben ist wohl schon eher unfreundlich. Nein es wird emsig richtig gewunken und das am besten noch von Fahrer und Mitfahrer!

20160630_0420160630_0320160630_04.1Unser nächstes Ziel sind die Callanish Standing Stones. 5000 Jahre alt. Beeindruckend? Wissen wir nicht so richtig. Das Alter kann man sich nicht so richtig vorstellen. Auf jeden Fall ein tolles Fotomotiv, wenn man aufpasst, dass keine anderen Touristen drauf sind.

Die Insel bereitet uns nun langsam auf die Single Track Roads vor. Langsam werden die Straßen schmaler. Erst mit weißen Seitenstreifen, dann ohne, dann mit Wiese in der Mitte. Aber bis auf 2 Bäume die eng an der Straße standen, war alles mit ausreichend Platz und Ausweichbuchten. Davon abgesehen, dass uns eh nur mal 1 Auto in den engsten Stellen entgegen kam. Südfrankreich mit dem verrückten Gegenverkehr hat uns deutlich mehr angestrengt.
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Die Landschaft erinnert uns an norwegische Hochebenen nur deutlich grüner und mooriger. An die Offroad-Fahrer wie Marco&Josi unter uns: es gibt viele landwirtschaftliche Wege aber auch oft durch Zäune unterbrochen und im Moor möchte man auch nicht „off Road“ fahren. Wir werden das weiter beobachten.

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Dann fahren wir um die nächste Kurve und vor uns liegt Reef, wieder eine unglaubliche Bucht. Diesmal mit Campingplatz, der angeblich voll ist. Und das ist gut. Denn so fahren wir weiter zu dem nächsten Picknick-Platz aus dem Womo-Reihe-Buch. Voila, wir teilen uns die Bucht nur mit einem weiteren englischem Kastenwagen.

20160630_12.0Es regnet in Strömen als wir Parken aber wir bleiben wieder ganz verdattert einfach sitzen und starren auf die unglaublich sauberen Wellen und die Farben, die einen trotz Regen anleuchten.

Such das kleine Womo:20160630_1220160630_1320160630_14In der Regenpause gibt es dann einen kleinen Spaziergang und dann gibt´s wieder einen gemütlichen Womo-Abend mit tollem Ausblick. Vorne in der Windschutzscheibe gibt es sogar Netz und Telefon! 😉 (bis jetzt jedoch nur gprs und das wird auch so bleiben)

Schlafplatz:
Parkplatz Cliff Beach
5 Pfund Spende in einen Briefkasten
58.22005, -6.96614

Freitag, 1.7.
Heute beträgt die Fahrzeit wahnsinnige 4 Meilen! Unser Ziel: Uig-Bay/Adroil Beach. Bo hatte mir im Vorfeld vom Urlaub aufgetragen den ItSoal Schottlands zu suchen: Camping am Surfspot. Voila – Uig Beach trifft es ziemlich genau. Das, was man hier Camping nennt: Sogar ein neues Dusch (1 Dusche) und Toilettenhaus. Und Häschen gibts auch noch obendrauf. Ungleich scheuer als am Ijsselmeer 😉 Und man muss aufpassen, dass man sich nicht die Füße in einem der unzähligen Löcher verdreht.
20160701_0420160701_03Bezahlen tut man beim dem Haus mit dem Red Roof. Ardroil 6. Entweder der uralte Schotte macht einem die Tür auf. Ansonsten steht ein Glas fürs Geld vor der Tür. Pro Person pro Nacht 2 Euro.

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Hier in der Nähe wurden alte Schach-Figuren gefunden. Die netten Gesellen findet man hier überall als Nachbauten.

Das tägliche Schafbild:20160701_06

Dann bleibt nur noch aufs Wasser zu warten. Denn die Bucht sieht nach einem perfekten Kitespot aus und soll sich komplett mit Wasser füllen.
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Und tatsächlich so ca. um 5 Uhr füllt sich die Bucht mit Wasser und wir können eine Runde mit dem 10er fahren. Das ist absolut unwirklich und nicht zu beschreiben und wir versuchen es aufs Foto zu bannen. Geht nicht.
20160701_07Man kitet mutterseelenallein am gefühlten Ende der Welt und doch kommt es einem so vor als wäre man nur alleine am Surfspot Mirns.
20160701_0820160701_09Wir suchen verzweifelt irgendwelche Gefahren oder Unannehmlichkeiten und finden nichts. Selbst wenn man sich im seichten Wasser auf den Popo legt ist der Sand darunter so weich wie eine Turnmatte.
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20160701_11Danach haben wir uns einen ausführlichen Griller verdient. Und um das Highland-Feeling perfekt zu  machen, wird im Womo nebenan der Dudelsack ausgepackt und Sohnemann spielt eine Runde. Unbezahlbar!
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Danach gibt es noch einen kleinen Abendspaziergang, um das alles zu verdauen.
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Schlafplatz
Camping/Stellplatz Adroil / Uig Bay
Neue kleine Sanitäranlagen
2 Pfund pro Nacht, pro Person
58.1854, -7.02477

Samstag, 2.7.
An diesem schönen Fleckchen Erde bleiben wir 2 Nächte. Das tut auch mal gut.

Starten wir mit dem Daily-Sheep. Die Schafe tragen hier bunt:20160702_01

Morgens steht ein Besuch der kleinen Abhainn Dearg / Red River Distellery an.
www.abhainndearg.co.uk
20160702_0320160702_02Der kleinsten und einzigen auf Lewis. Hier wird noch alles mit echter Handarbeit hergestellt. Wir werden von der netten Besitzerin rumgeführt, die sich gefreut hat, dass sie uns zum Whisky trinken bekehren kann.
20160702_0520160702_0620160702_07Ich hab gefragt, warum manche Leute den Whisky mit Wasser trinken. Das würde sie auch nicht verstehen, es sei ja schließlich schon Wasser drin.20160702_08Wir decken uns mit Whisky ein, schließlich müssen wir weiter üben. Der 10jährige Single Malt wird aber leider erst 2018 fertig.

Der Fluß als Namensgeber: Abhainn Dearg heißt Red River.20160702_04Den Weg zurück wählen wir über den Strand. Am Flußlauf vom Red River werden wir noch von ein paar Möwen angegriffen, die ihren Nachwuchs verteidigen. Wir machen uns schnell aus dem Staub. Die waren wirklich agro!
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Und freuen uns wieder am Strand zu sein.20160702_1020160702_11
Selbst Muscheln & Co findet man hier sehr wenig.

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Als ich abends unsere Errungenschaften fotografiere werde ich wiederum von ein paar Schotten fotografiert und höre nur etwas von German Whisky Magazin. Wenn die wüssten…
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Dann heißt es wieder auf die Flut warten. Und diesmal rocken wir zusammen das Wasser. Bo das 10er Rebelchen und ich meinen geliebten Dyno. Ganz viel Butterwasser und ein paar sehr ordentliche Kickerwellen, die bis in die Bucht laufen. Ach, das war fein.

Abends eröffnen wir unsere neue Whisky Bar im Womo. Der hat aber auch einfach schöne Farben!
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Sonntag, 3.7.
Heute fahren wir fast 100 km nach Harris. Das zieht sich bei den Straßen ganz schön, ist aber kein Problem. Wir stellen nur fest, Sonntags scheinen die Menschen hier was hektischer Auto zu fahren als Wochentags…

20160703_01Es gibt wieder jede Menge Schafe und heute auch Highlandrinder an der Straße. Die stören sich gar nicht an uns und gucken nur, ohne auch nur einen Huf zu bewegen.

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Supermarkt und Tankstelle in Uig/Adroil.

20160703_0320160703_04Zuerst halten wir noch mal einem kleinen Schwester-Steinkreis von Callanish an. Hier ist es schön leer und man hat die tollen Berge im Hintergrund und auch mal einen Sonnenstrahl heute.

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Ganz wichtig: sich irgendwo dran schubbern. Leitplanken, Mülltonnen, Bänke, Autos, da ist nichts sicher.
20160703_06Die Berge durch die wir uns heute schlängeln kommen uns wirklich hoch vor. Dafür gibts dann schöne Aussichten.

Durch Tarbert fahren wir erst nur durch. Das werden wir morgen zum Shoppen noch mal anlaufen.

20160703_0920160703_13Harris empfängt uns mit hervorragend ausgeschilderten Womo-Schlaf-Buchten, in die 1-3 Womos passen. Man soll 5 Pfund per paypal überweisen, was wir dann auch gerne tun, wenn wir wieder schnelleres Internet haben.

20160703_12Wir haben Glück (denn inzwischen scheinen hier Schulferien zu sein) und finden einen Platz in Luskentyre mit Blick auf die wahnsinnige Bucht!

20160703_0720160703_0820160703_11One bay a day keeps the doctor away!

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Ein kleiner Gruß – hat uns freundlicherweise schon jemand gebastelt.20160703_1520160703_1620160703_17Wir machen uns auf den Weg zu einem Rundgang, der dann doch bis ans Wasser geht, was ganz schön weit ist. Langsam zieht der Himmel sich etwas zu. Was wir gar nicht schlimm finden, denn es sind trotzdem unglaubliche Farben und mit Sonne würden wir irgendwann einen Sonnen-Farb-Flash bekommen und alle Speicherkarten wären sofort mit Fotos voll, was man doch nicht aufs Foto bannen kann.

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Bo sucht ein Streichel-Schaf. Menschen sind hier aber nicht hoch im Kurs.

20160703_19Als wir zurück kommen, ist die Bucht tatsächlich komplett mit Wasser gefüllt. Hätten wir nicht gedacht. Ich kann es nicht lassen und muss einfach kurz den Juice ausführen. Der Wind ist grenzwertig wenig und die Bucht läuft wirklich bis zum Rand voll, was uns der nette Nachbar noch sagt. Sodass Bo mich nach ein paar wenigen Schlägen von dem bisschen Wiese pflücken muss. Trotzdem war es toll!
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Sooooo waaaahnsinnig viel Platz! Wir wollen hier unbedingt noch mal hin!

Schlafplatz
Parkplatz Luskentyre
5 Pfund über Paypal
www.westharristrust.org/camping
57.87953, -6.9351

Montag, 4.7.
20160704_01Zuerst werden wir mit einem Regenbogen über der Bucht geweckt und purzeln aufgeregt mit der Kamera aus dem Bett.

Heute fahren das Stück nach Tarbert zurück. Frohmi möchte sich ein Harris-Tweed-Andenken kaufen und natürlich diverse Mitbringsel für alle Katzen-Sitter.20160704_02Im Shop direkt am Anfang vom Ort (von Süden aus) ist ein großer Parkplatz bei der schicken neuen Distellery mit den Tweed-Shops direkt nebenan. Gin gibt es hier. Kaufen wir, trotz wahnsinnig schicker Flaschen nicht. Whisky soll es hier wohl bald geben. Aber ein paar Tweed Mitbringsel wandern ins Womo.

20160704_03Dann suchen wir den Supermarkt. Kleine Stadt, muss ja einen geben. Den im Navi angegebenen gibt es nicht mehr. Bleibt der Mini-Market mitten im Ort. Ein Abenteuer! Eindeutig ein Familienbetrieb. Während Mutti kehrt, sucht der Sohn nach Wasser für mich. Nein, sorry, das ist leider aus. Gibt es hier nicht. Nur ein paar kleine Trinkfläschchen. Und weitere Besuche der Insel-Supermärkte werden zeigen: Sprudelwasser in Flaschen werden nur von den Touris gekauft.

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Die Bucht von gestern Abend von der anderen Seite.20160704_0520160704_06Danach machen wir uns weiter auf den Weg Richtung Süden zum Bay-Watching. Beeindruckend! Wir versuchen es wieder irgendwie aufs Foto zu packen. Gelingt nur geringfügig.

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Seilebost Camping (auch die andere Seite der Bucht von gestern): unbedingt beim nächsten Mal anlaufen!20160704_08
Hier auch wieder ein „Camping Spot“.20160704_09
Leichte Schönheits-Überforderung und der Wetterbericht für die kommenden Tage treibt uns weiter.

20160704_1020160704_1220160704_11In Leverbourgh angekommen stürmen wir noch den Supermarket Community Shop mit Tankstelle. Hier sei allen gesagt: bitte lasst doch hier Euer Geld zu den Harris-Tweed Sachen. In der zweiten Etage werden handgemachte Sachen verkauft. Der Erlös geht direkt an die Hersteller(innen)! Bo ersteht hier noch eine Mütze aus Schafswolle.

20160704_1420160704_15Am Hafen-Bus gibt es noch eine Portion Chips. Die ortsansässigen Katzen betteln um mehr.

Katzen-Suchbild:20160704_1620160704_17Wir passen spontan noch als letztes auf die frühere Fähre drauf. Wir hatten im Vorfeld telefonisch die spätere Fähre gebucht. Aber zum Glück kann, laut Bo, fragenden Menschen geholfen werden. Und so rutschen wir noch als letztes mit rauf.20160704_18Tschüß Harris and Lewis.

Hier findet Ihr den vorherigen Bericht:
SCHOTTLAND I – VON IJMUIDEN NACH ULLAPOOL

Und der folgende:
SCHOTTLAND III – ÄUSSERE HEBRIDEN – UIST

 

 

 

 

 

 

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