Wie Ihr im vorherigen Bericht lesen konntet, sind wir nachmittags noch mit auf die Fähre von Harris and Lewis nach Uist gerutscht. Genauer gesagt besteht der folgende Abschnitt aus mehreren Inseln, die mit Straßen verbunden sind: Berneray (hier landet die Fähre), North Uist, Benbecula, South Uist und Eriskay.
Wir stiefeln noch los, um einmal hinter die Dünen gegenüber an den nächsten Strand zu luken. Traumhaft!
So sieht der Strandzugang bei Ebbe aus. Walker Welcome, no vehicular access. Steht auf dem Schild.
Schlafplatz:
Parkplatz Traigh Ear
0 Pfund
57.65765, -7.33509
Dienstag, 5.7.
Tag vollends ausgenutzt!
Schlafplatz:
Camping Balranald
www.balranaldhebrideanholidays.com
15 Pfund, ohne Strom
Neues Sanitärgebäude, kleines Anhänger-Cafe mit leckeren Dingen
57.60363, -7.51828
Mittwoch, 6.7.
Für heute ist ordentlich Regen angesagt.
Erstmal stürmen wir natürlich noch den aktuellen Supermarkt.
An dieser Stelle etwas zum Fahrverhalten bei den Single Roads. Platztechnisch ist wirklich alles kaum ein Problem. Fahrer und Gegenfahrer übertreffen sich gegenseitig, wer zuerst wartet, hat gewonnen. Wie gesagt, es wird die ganze Zeit gegrüßt und sich bedankt und gewunken, selbst wenn es zweispurig wird, wird gegrüßt. Ist ja so drin. Überall steht auch beschrieben, dass man die Pacing Places zum überholen lassen nutzen soll. Das quittieren die meisten oft mit einem Hupen. Beim ersten Mal haben wir uns noch erschreckt und gedacht, wir hätten was falsch gemacht. Aber je nach Grobmotorik fällt das Hupen halt auch freundlicher oder länger aus ;).
Auf den Inseln sind auch viele Fahrradfahrer-Urlauber unterwegs. Unseren Respekt und bei dem Wetter noch mehr! Manche winken schon aus der Entfernung um auf sich aufmerksam zu machen. Nachdem wir das gelernt haben, halten wir für sie auch an den Pacing Places an. Denn die Single Road Abschnitte sind für Womo und Fahrrad auch nicht gemacht. Und so können sie durchstrampeln, was mit dankbaren Winken quittiert wird.
Wir sind auch auf den Inseln der ein oder anderen Baustelle begegnet, die meistens aus einem Arbeiter bestand, der gebaggert hat und 2-3 die interessiert rumgestanden und diskutiert haben. Aber man wurde immer aufmerksam und grüßend dran vorbei gewunken.
Bei dem aufgekommenen dauerhaften NieselFiesel durchqueren wir North Uist, Benbecula und North Uist.
Die Landschaft kommt uns leicht dänisch vor. Ans Wasser kommt man hier nicht so richtig. Harris hatte es da mehr raus die Touristen an die schönen Plätze zu lotsen. Parken an der Straße, selbst bei den Sehenswürdigkeiten eher minimal bis gar nicht ausgelegt. Aber zugegebener Maßen treibt es uns bei dem Wetter nicht vor die Tür.
So landen wir schließlich schnell in Lochboisdaile. Und nun müssen wir uns endlich entscheiden, wie wir weiter reisen wollen.
Heute morgen stand noch alles auf Zeichen gegen Skye. Aber nun, mit den Wetteraussichten (eher nass) für die nächsten Tage, beschließen wir doch einfach gemütlich über Skye in die Zivilisation zurück zu cruisen.
Im Hafen buchen wir bei dem sehr netten Fährmitarbeiter unsere Überfahrt für morgen Nachmittag von Lochmaddy nach Uig. Heißt aber, wir müssen komplett zurück nach North Uist. Sind aber auch nur ca. 45 Meilen.
Lang kein Schaf-Foto mehr gehabt.
Ach nee – hier ist das richtige Schaf. Ähnlich pudelnass.
Zum Abendessen gibt es ein internationales Essen: Käsespätzle mit Cheddar, Guinnes aus dem Grolschglas und französischen Rose. Und zum Nachtisch natürlich ein Whisky. Mjammi! Bo kommt gerade vom heldenhaften Spülen zurück. Ein lustiges Durcheinander aller, die vorm Regen flüchten, das Womo wackelt inzwischen ordentlich von Regen und Wind: Finger crossed for better weather tomorrow.
Schlafplatz:
Camping Kilbride
16 Pfund, ohne Strom
www.kilbridecampsite.co.uk
57.10358, -7.35735
Erstes Fazit Outer Hebrides:
Ein großartiges Erlebnis!! Berauschende und ungewöhnliche Natur!
Harris and Lewis hat uns besser gefallen: die Natur ist extremer und die Schlafmöglichkeiten vielfältiger. Gut, und wir konnten hier traumhaft kiten!
Uist wirkte auf uns von der Landschaft her schon fast dänisch und man kommt nicht so richtig an die schönen Stellen. An den kleinen Straßen sind überall Höfe und Zäune und es gibt Naturschutzgebiete (iih! ;)) Ein Strand folgt trotzdem dem anderen und die sind zum Wandern mega-ober-hervorragend!!!
Insgesamt ist die Bebauung – wir versuchen es zu beschreiben – eher zweckmäßig grau. 95% der Häuser sind mit einem grauen Steinputz verkleidet. Nicht schön aber zweckmäßig, verständlich bei der Witterung. Der Rasen vorm Garten wiederum ist aber oft 1a gemäht. Blumen im Vorgarten, Fehlanzeige, aber es gibt einige Palmen. Interessant. Und wie schon erwähnt, wir hatten mit insgesamt weniger Menschen und Häusern gerechnet. Es sind nicht viele, die aber gut verteilt. Und in den Teilen, wo keiner mehr wohnt, sind immer noch Zäune. Wobei wir nicht rausgefunden haben, ob sie die Schafe aus- oder einsperren sollen. Die scheinen sich an den Zäunen nicht zu stören. Wichtig ist vor jedem Haus ein Caddle Crid, um die Schafe vom Grundstück fernzuhalten.
Bäume und Wälder, auch eher Fehlanzeige. Das wächst hier wohl einfach nicht. Wenn mal ein Stück Tannenwald in der Gegend rumsteht, sieht der entweder nicht gesund aus oder ist vom Sturm wie Mikado durcheinander gewirbelt.
Daraus darf man aber absolut nicht schließen, dass die Menschen hier keinen Geschmack haben. Im Gegenteil, viele kleine Gallerien, der Harris Tweed und die liebevoll eingerichteten neuen Cafes und Shops zeigen, dass hier mit viel Liebe zum Detail gearbeitet wird.
Deswegen lasst bitte Euer Geld nicht in den großen Läden. Man findet die kleinen versteckten Läden überall oder in den Community Shops wie in Leverbourgh oder Lochboisdale. Einfach überall rein gehen!
Frohmi hüpft am nächsten Morgen noch in den benachbarten Hebridiean Woolshed-Shop und hält noch einen kurzen Schnack mit dem Besitzer. Der erzählt, dass sie von Stornoway aus regiert werden. So fliest erstmal alles Geld in Harris und Lewis. Ich hatte ihm berichtet, dass auf den nördlichen Inseln es mehr Stellen zum Parken und Anhalten für Touristen gibt. Aber sie haben auch die letzten Jahre viel in Ausschilderungen von Wanderwegen investiert. Das können wir bestätigen, denn die Schilder sehen alle sehr neu aus. Vor 3 Jahren gab es auch noch keinen Camping und es kamen nur ganz vereinzelt Wohnwagen oder Wohnmobile. Jetzt sehen sie, dass es funktioniert und machen einiges. Stimmt auch. Die Sanitärhäuser sind alle neu und fein und es gibt oft noch ein Café o.ä. Die Strände, wo wir nicht so richtig dran gekommen sind, meint er – muss man nur wissen wo es lang geht. Alles klar, wir kommen mit mehr Zeit wieder. Auf die Frage, ob er die ganzen Touristen gut findet, meint er: ja, denn sie brauchen den Zulauf. Es gibt kleine Industrie, aber wie überall in solchen Gebieten gehen die Jungen weg.
In die Natur wird auch investiert und fleißig geschützt. Ein Adler hat vor kurzem ein 15kg Lamm von ihm gerissen. Das war komplett weg. Dafür gibt es keine Kriminalität. Hoffen wir, dass das lange so bleibt und registrieren alles als zarte Pflänzchen von Tourismus, der hoffentlich sensibel eingeführt wird.
Am Schluss entschuldigt er sich quasi noch fürs Wetter. Passiert uns öfters hier, lustig. Macht uns aber gar nicht so viel aus, passen wir die Route halt an. So wie heute und setzen über nach Skye. Denn im Regen, denken wir, können wir noch ein bißchen rumfahren.
Donnerstag, 7.7.
Dann pilgern wir zurück nach Lochmaddy. Registrieren nun alle neuen Schilder und einige Parkplätze aus einer anderen Sicht und wünschen uns, dass der Tourismus sich hier weiter gut entwickelt.
Das Prozedere kennen wir inzwischen. Alle Tickets abgeben, man wird per Hand auf einer Liste abgehakt und dann geht´s aufs Schiff.
Schlafplatz:
Camping Uig
14 Pfund, ohne Strom
57.58591, -6.38013
Hier findet Ihr den vorherigen Bericht:
SCHOTTLAND II – ÄUSSERE HEBRIDEN – HARRIS AND LEWIS
Und der folgende:
SCHOTTLAND IV – SKYE & HIGHLANDS
