
Leider war unsere Zeit begrenzt, da wir zuerst möglichst viele Eindrücke von Schottland sammeln wollten und man weiß ja auch nie, ob es hinter der nächsten Ecke nicht noch besser ist. Hier wollen wir Euch aber unsere Erfahrungen mitteilen und zum Hinreisen ermuntern. Denn soo weit ist die Inselgruppe links von Schottland gar nicht entfernt, wie man zuerst meint.
Lage:
Die untere Inselgruppe unterteilt sich in mehrere durch Straßen miteinander verbundene Inseln (North Uist, Benbecula, South Uist, Eriskay), wir nennen sie kurz „Uist“. Sie sind insgesamt flacher, dafür die komplette Westseite ein einziger Sandstrand.
Anfahrt:
Wir haben uns für den Hinweg über Ullapool nach Stornoway entschieden. Montag Morgen sind wir mit der Fähre (über Nacht) von Ijmuiden/NL in Newcastle gelandet. Mittwoch waren wir schon drüben. Das ganze ist durchaus auch noch ein Tag schneller zu schaffen. Also kann man in 2 Tagen dort sein. Das ist doch akzeptabel.
Wir waren an zwei Buchten kiten. Das ist mehr als in manchen anderen Erlebnis-Reise-Urlauben, wo wir Route und Wind oft nicht unter einen Hut bekommen. Wir haben aber natürlich viele Strände mehr gesehen und begutachtet. Auch zum Wellenreiten sind hier einige Strände perfekt geeignet. Surfer waren auch häufiger vertreten als Kiter. Das Bodyboard hatten wir dabei, ist aber leider nicht zum Einsatz gekommen. Hier beschreiben wir Euch die schönsten Strände im Detail, eine Google-Karte mit allen Punkten findet Ihr unten. Schaut ich die Orte mit den Satelittenbildern an. Dann bekommt Ihr eine Vorstellung von den Ausmaßen der Sandbuchten. StreetView ist hier auch gut vertreten und war zur Planung sehr hilfreich. Die Benennung der Orte ist etwas schwierig, da sie auf Karten und vor Ort sehr in der Schreibweise zwischen gälisch und Englisch und etwas dazwischen schwanken. Aber man findet alles irgendwie. Es empfielt sich vor Ort eine hochaufgelöste Karte zu kaufen.
Wetter:
Wir waren Anfang Juli unterwegs und der Juli soll statistisch nässer als der Mai und Juni sein. Und wir hatten auch fast jeden Tag ein Schäuerchen. Obwohl die Fotos oft bewölkt sind, kam es uns vor Ort nie so vor. Die Farben sind trotzdem bombastisch. Der normale Nord- und Ostseekiter sollte kein Kälte-Problem bekommen. Das Wasser, besonders in dem überspülten Teil war Barfuß-warm. Wir hatten nur die Schuhe an, weil wir nicht wussten, was uns erwartet. Sobald die Sonne rauskommt ist es auch richtig warm. Holland/Dänemark-mäßig.
Tolsta Head:
Kneep:
Cliff Beach:
Uig Bay/Adroil:
Bei Flut füllt sich fast die gesamte Sandfläche mit butterweichem himmelblauen Glitzerwasser. Wir hatten leichten Wind (14-16kn) aus Südwest. Mit der südlichen Richtung kommt der Wind über die Klippen und macht ihn etwas böig. Moment – definiere „böig“: Wind nimmt über 5-10 Sekunden langsam etwas zu, um dann wieder im gleichen Tempo abzunehmen. Beste Windrichtung wäre leichter NordWest, wo er dann das Wasser frontal in die Bucht drücken kann.
Ein paar vereinzelte Zuschauer-Köpfe in den Dünen, die einen vorsichtig begutachten. Von einem wurden wir angesprochen, der hat uns für Taucher gehalten. Schöne heile Welt.
Den ersten Tag haben wir den kläglichen Versuch gestartet, den Spot fototechnisch zu dokumentieren. Multipliziert den Eindruck x10 und Ihr seid etwas an der Realität. Am zweiten Tag rocken wir zusammen das Wasser. Das war aber dann wirklich voll ;))
Als dann nach einem Schäuerchen die Sonne wieder rauskommt und im Abendlicht die Berge hinterm Spot anscheint, fällt mir nach der Wende fast der Kite vor Schreck runter, so schön schauts aus.
Luskentyre:
Eine noch größere Bucht, unterbrochen durch einen Fluß. Wir schlafen an der Nordseite der Bucht auf einem kleinen Parkplatz. Hier hatten wir leider etwas sehr wenig Wind.
Frohmi musste es einfach ein paar Schläge versuchen. Sooooo viel glattes Wasser!
Hier und bei allen weiteren Buchten, die wir in den paar Tagen beobachtet haben: Bei Ebbe überlegt man noch, nagut, wenn das Wasser hier knöchelhoch steigt, das wäre fein. Bei Flut steigt das Wasser wirklich bis in den letzten Winkel in der Bucht, und man kann noch nicht mal mehr stehen, wo man vorher gelaufen ist. Der Start und Landeplatz ist dann plötzlich komplett weg. In dem Fall kein Problem, da Bo mich von der kleinen Böschung pflücken konnte.
Windrichtung hatten wir auch Südwest. Zu fahren geht hier wohl so ziemlich alles. Selbst wenn der Ostwind sauber über die Berge käme, würde man ein Stück Bucht mit Land finden. Aber auch hier wäre ein gepflegtes Südwest Stürmchen wünschenswert. Die Wellen dürften dann bis in die Bucht laufen.
Horgabost:
Hier ist der Parkplatz auf der Straße schon komplett mit Wellenreitern gefüllt, so dass wir nicht anhalten: also, tolle Wellen.
Sollas:
Liegt auf North Uist und soll ein dort bekannter Kite-Spot sein. Hier hat uns das angekündigte schlechte Wetter und kein Wind leider weiter getrieben. Sollte man aber unbedingt noch mal unter die Lupe nehmen. Denn auf google sieht der Spot auch sehr vielseitig aus.
Insgesamt gibt es unzählige Buchten mit verlockenden Aussichten, die es zu erkunden gibt. Im Norden von Lewis soll es noch einen ausgewachsenen Wavespot geben. Denn wenn es ballert, kommen Wind und Wellen ohne Zwischenstopp vom Atlantik. Das ist auch der Grund, warum das Wetter auf den Äußeren Hebriden oft besser ist, als am Festland, wo die Highlands die Wolken sammeln. Übrigens gibt es auch hier Naturschutzgebiete. Obwohl es keine Verbotsschilder gibt, hatten wir das Gefühl, dass es hier nicht angebracht ist zu kiten. Besonders wenn man mal erlebt, wie intensiv die kleinen Piepsis ihre Nester verteidigen und uns angreifen.
Alles in allem aber ein super Road-Trip mit Sucht-Potenzial. Meldet Euch gerne, wenn Ihr Fragen habt. Die ausführlichen Berichte und Informationen findet Ihr hier:
Fahr-zit Schottland
